Auf dem Weg zur grenzenlosen Perfektion

Das Canon 85mm 1.2

one-photo steht für perfekte Bildqualität. Da wir es nicht lassen können ständig nach der Perfektion zu suchen, ist am Freitag ein Paket bei one-photo eingetroffen mit der lichtstarken Bokeh-Göttin Canon EF 85mm F 1.2. Wir wollten uns von der Qualität und dem noch weicheren Bokeh überzeugen. Das Objektiv ist mit einem Preis von 2.000 Euro recht teuer. Mal wieder zahlt man für das letzte Tüpfelchen Perfektion einen deutlichen Mehrpreis. Es gibt 2 weitere F1.2 Linsen von Canon. Das 30mm f1.2 und das 50 f1.2. Jedoch sind diese laut dem Traumflieger-Test erst bei Blenden ab 2.0 richtig scharf. Wodurch der Sinn, sich eine 1.2 Linse zu gönnen natürlich verloren geht. Ebenso fällt bei den Objektiven das weiche Bokeh, auf Grund der kürzeren Brennweite, wohl eher weniger auf. Nun aber zurück zu unserem 85mm F1.2.
Das Objektiv ist ca, 1kg schwer und für eine 85mm Festbrennweite ziemlich groß. Ich habe hier mal als Vergleich die 100mm F2.0 daneben gelegt.
100mm 2.0 vs 85mm 1.2

100mm 2.0 vs 85mm 1.2

20_vs_12 (1 von 2)

Das erste was ich getan habe, waren ein paar Fotos mit der 7D und der 6D zu machen, um den Unterschied zwischen dem Vollformat und dem Kleinbildformat fest zu stellen.

erstes Fazit:
Mit der Linse erreicht die Kleinformat-Kamera Vollformat Niveau. Die Tiefenunschärfe scheint bei der Kleinformat sogar etwas weicher.

am Vollformat

am Vollformat

am Kleinbild

am Kleinbild

Als nächstes haben wir uns gestern mit der kleinen mobilen Blitzanlage, Kameras und dem Objektiv aufs Feld begeben um uns vom eigentlichen, so umworbenen,  super-Bokeh  ein Bild zu machen. Und wir sind begeistert. Dinge die uns sofort aufgefallen sind:

  1. Selbst wenn wir eine ganze Person, also nicht nur das Gesicht fotografieren, ist  der Hintergrund schön weich.
  2. Die fokussierten Personen und Gegenstände werden wirklich gestochen scharf.
  3. Die Blende geht nur auf maximal 16 zu stellen (das ist natürlich klar, den es handelt sich hier um eine Profi-Porträt-Linse)
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Aufgenommen mit der 1.2 Blende

Gewöhnlich für Linsen mit solchen Blenden ist die Fokussierung. Der US-Motor bewegt eine Menge Linsen und ist nicht der schnellste, außerdem muss man ständig wachsam sein, dass sich die Objekte, die man scharf gestellt hat, nicht aus dem Schärfe-Bereich bewegen. Man muss also ständig mit dem Autofokus hinter her sein. Das ist normal für solche Objektive, aber es erfordert dennoch etwas Übung. Wir haben die Bilder mit der Canon 6D geschossen und mit einem Wireless Kit einen Canon Blitz angesteuert, um dem Bild noch etwas mehr Dramatik zu verleihen.

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Wir haben alle Bilder mit F 1.2 aufgenommen und sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Wir müssen zugeben, dass die Traumflieger-Tests stimmen. Es ergibt sich ein wunderschönes Bokeh und eine gestochen scharfe Abtrennung zwischen der abgebildeten, scharf gestellten Person und dem Wald im Hintergrund.

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auch bei kurzem Abstand zum Hintergrund: ein schönes Bokeh

 

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von hinten angeblitzt...

von hinten angeblitzt…

Ich habe das Objektiv gestern Abend mit zum Kegeln genommen, um die Lichtstärke zu testen. Auch hier ist das Ergebnis schon beeindruckent. Fast egal, wie dunkel es auch ist. Die Fotos bleiben rauscharm und auch bei kurzem Abstand zum Hintergrund ergibt sich ein schönes Bokeh:

s_2014_Kegelen

tolle Farben, ISO 320

s_2014_Kegelen_ s_2014_Kegelen_ s_2014_Kegelen_

Unser Fazit:
Das Bokeh ist traumhaft. Es handelt sich bei der Linse um eine Königsklasse, die Ihren Preis hat. Für uns scheint der „Tuning-Effekt“ am Kleinbildformat sogar etwas größer zu sein.

  • das 85mm 1.2 beschert der Kleinbildformat-Kamera ein Vollformat-Bokeh
  • das, durch die hohe Lichtstärke, stark reduzierte ISO-Rauschen ist für Kleinbildformat-Kameras (die ja eher zum Rauschen neigen)
    von noch größerer Bedeutung
  • die Nah-Einstellgrenze ist an der Kleinbildkamera kleiner als am Vollformat

Jedoch kann man sich für 2.000 Euro auch schon ein Vollformat-Kamera-Kit kaufen.

Das Objektiv 85mm 1.2 ist für den gezielten Einsatz eines Berufs-Fotografen geeignet um wahnsinnige Fashion, Porträt und Hochzeitsbilder zu machen (mit entsprechend guter Vorbereitung). Dabei zeichnet es seine Qualitäten vor allem bei Ganzkörperaufnahmen aus, sowie der gestochen scharfen Abbildungsleistung schon ab F1.2. Bei Dämmerung oder im Partykeller, kann man mit der Vollformatkamera und diesem Objektiv wirklich ganz und gar auf Blitzlicht verzichten. Die Bilder werden rauschfrei und scharf. Selbst wenn nur eine 40 Watt Glühbirne den Raum erhält und man mit einer 400er Belichtungszeit fotografiert.

Für den ambitionierten Hobbyfotografen ist die Linse unserer Ansicht nach zu teuer. Dafür dass man bei solchen Objektiven ohnehin, durch die feste Brennweite und der maximalen Blende von 16, sehr eingeschränkt ist. Als wesentlich preisgünstigere Alternativen eignen sich das 100mm 2.0 für 440 Euro, das 85mm 1.8 für 340 Euro oder das 135mm 2.0 für ca. 950 Euro. Das 85mm 1.2 ist nur für den Profi empfehlenswert, der sich, von einem sehr hohen Qualitätslevel im Bereich der künstlerischen Fotografie, noch ein weiteres Stück mehr von anderen abheben möchte.

Einen umfangreichen technischen Traumflieger Test findet Ihr unter:
http://www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/canon_85_12II/overview.php